Uni Marburg: RNA im Fokus

Die Universität Marburg startet einen neuen Forschungsverbund, der die Rolle nicht-kodierender RNA bei der Entwicklung des Nervensystems untersucht. Dafür stehen 6 Mio. Euro zur Verfügung.

12 / January / 2015



Die Beteiligten des SPP1738
Im DFG-Schwerpunktprogramm SPP1738 arbeiten Biochemiker, Bioinformatiker, klinische Forscher und weitere Spezialisten aus allen Teilen Deutschlands zusammen. Sie untersuchen Wechselwirkungen nicht-kodierender RNAs mit ihren Zielstrukturen, erforschen die zugrunde liegenden molekularen Steuerungsmechanismen und beleuchten, welche ursächlichen Zusammenhänge mit wichtigen neuronalen Erkrankungen bestehen.

„Nur der kleinste Teil der Ribonukleinsäuren bildet aus den genetischen Informationen Proteine“, so der Marburger Biochemiker Gerhard Schratt, der den Projektverbund koordiniert. „Rund 98% der RNA sind nicht kodierend“, erläutert der Leiter des Instituts für Physiologische Chemie am Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg. Diese RNA-Sequenzen übermitteln also keinen Protein-Bauplan, sondern erfüllen im Körper offenbar andere Funktionen.

Aufgrund bisheriger Forschungsergebnisse vermuten die Wissenschaftler, dass defiziente nicht-kodierende RNAs eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Demenz oder andere Erkrankungen spielen. Wie funktionieren die Moleküle im Detail? Welche Leistungen erbringen sie in den Zellen? Wie beeinflussen sie die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem? Das sind einige der Fragen, die der neue Verbund klären soll. Unter anderem mit Hilfe von Hochdurchsatz-Sequenzierverfahren werden verschiedene Gewebetypen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien bis zum Erwachsenenalter untersucht.

Info: http://www.transkript.de/nachrichten/wissenschaft/2014-03/uni-marburg-rna-im-fokus.html